Ziel...
...erreicht und nun?!
Ich rede oder schreibe oft vom Investieren.
Investieren bedeutet für mich hauptsächlich Kaufen, für mich gibt es kaum einen Grund, etwas wieder zu verkaufen.
Man sucht sich ein paar sinnvolle ETFs oder Aktien, die der eigenen Anlagestrategie entsprechen. Diese kauft man sich dann. Wenn man wieder Geld zur Verfügung hat, kauft man ein paar Anteile nach oder sucht sich noch ein paar andere Unternehmen oder ETFs und das wars. Im Normalfall kann man sich damit den Stress ersparen, etwas wieder verkaufen zu "müssen".
Stress ist dies, weil man sich natürlich überlegen muss, welches Unternehmen möchte ich verkaufen, wann möchte ich diese verkaufen, wie viel meiner Position möchte ich verkaufen und das schwierigste dabei, wann steige ich wieder ein oder steige ich überhaupt wieder ein? Vielleicht gibt es ja inzwischen ein viel attraktiveres Unternehmen?
Das kann man durchaus auch mal machen, es sollte aber die Ausnahme bleiben.
Ein paar Jahrzehnte später kassiert man dann einfach die Dividenden oder überlegt sich erst dann, etwas zu verkaufen. Aber nicht unbedingt an einem Punkt, nachdem der Markt stark gefallen ist. 😎
Investieren ist einfacher als man denkt und je weniger man macht, desto mehr Rendite hat man am Ende. Auch wenn es einem nicht immer leicht fällt, einfach mal nichts zu machen.
Ein bisschen ist das Investieren wie eine Diät, jeder weiß wie schwer es ist, diszipliniert nichts zu tun und oft muss man dies sehr lange durchhalten ohne das etwas passiert, um ein valides Ergebnis damit zu erzielen. Wie bei einer Diät ist beim Investieren auch Durchhalten und Geduld gefragt, um am Ende ein gutes Ergebnis zu erzielen. Nichts zu machen ist immer schwerer, als aktiv einzugreifen und genau das ist der springende Punkt.
50 Jahre!
So alt werde ich dieses Jahr.
Mit 21 Jahren habe ich angefangen, an der Börse zu investieren.
Das war 1996.
Damals hatte ich schon große Ziele. Ich wollte damals mit meinem 50. Geburtstag, also im Jahr 2025 in Rente gehen. Heute würde man sagen, ich wollte mit 50 Jahren "finanziell frei sein".
Jetzt ist es soweit, wir schreiben das Jahr 2025.
Bis ich 50 werde, dauert es nur noch ein paar Monate, nun haben sich in den letzten Monaten aber schon so viele Dinge bei mir geändert, dass ich euch einmal ein Update geben möchte.
Mein Ziel habe ich definitiv erreicht.
Auch wenn ich noch keine 50 Jahre als bin und auch wenn ich noch keine Million Euro auf dem Konto habe.
Auch wenn ich momentan noch nicht von meinem Depot oder meinen Dividenden (komplett) leben kann, hat sich in den letzten Monaten bei mir schon sehr viel geändert. Dies wäre um einiges stressiger gewesen, hätte ich nicht mein Depot als "Rücklage". Für mich ist mein Depot wie eine Versicherung oder ein Sicherheitsnetz, in das ich immer fallen werde, wenn etwas außergewöhnliches passieren sollte.
Eigentlich dachte ich immer, ich würde den Absprung gar nicht schaffen und immer weiter arbeiten, auch wenn ich das gar nicht mehr müsste, nicht nur weil ich so gerne arbeite, sondern weil ich immer weiter investieren möchte und es mich glücklich macht, mein Depot weiter wachsen zu lassen.
Das macht natürlich aufgrund der begrenzten Lebenszeit überhaupt keinen Sinn. 🙃
Aber dieses Problem hat sich nun fast von alleine erledigt.
Letztes Jahr (2024) musste ich meinen Job kündigen und mir Gedanken machen, wie es nun bei mir weitergeht?
Rein finanziell brauche ich eigentlich nicht mehr zu arbeiten, weil ich auch in den letzten Jahren mein Gehalt schon komplett investieren konnte, bzw. es investiert habe, das heißt, im Grunde benötige ich es gar nicht mehr. Man muss natürlich immer bedenken, dass einem auch Kosten entstehen können, wenn man nicht mehr arbeiten geht. Kosten, die durch die freie Zeit, die einem nun zur Verfügung steht, verursacht werden. Dazu kommt auch noch eine Krankenversicherung, die bezahlt werden muss. Solche Gedanken muss man sich natürlich nicht machen, solange man noch arbeitet.
Ich bin allerdings noch nicht so weit, um mich in die Hängematte zu legen und es mir gut gehen zu lassen. Das habe ich schon nach ein paar Wochen Untätigkeit bemerkt. In dieser Zeit fehlte mir doch so einiges. Auch Geld (zum Investieren), aber hauptsächlich Bewegung, soziale Kontakte und hatte ich diese dann doch einmal, hoffte ich jedes Mal, dass unser Gespräch nicht darauf fiel, was ich denn eigentlich jetzt mache? Das war wirklich eine komische Situation, obwohl es ja niemanden stören sollte, wenn ich keinem auf der Tasche liege und von meinem ersparten Geld lebe. Mir war es einfach unangenehm, sagen zu müssen, ich bin zu Haus und lasse es mir gut gehen.
Deshalb habe ich mich entschieden, wieder einen Job anzunehmen. Auch wenn dieser gar nichts mit meinem Arbeitsplatz zu tun hat, den ich in den letzten 23 Jahren innehatte. (IT)
Ich arbeite nun im sozialen Bereich, mit und für Menschen, die es nicht so leicht haben im Leben.
Meine Arbeitszeit habe ich auf 60% reduziert.
Ich mache das jetzt schon seit einigen Monaten und bin total begeistert von diesem Job.
Ich hatte davor schon einen Job, der mich glücklich gemacht hat, aber das ist nicht vergleichbar mit der Arbeit, die ich jetzt mache.
Ich bin jetzt also in der glücklichen Situation, dass ich nun einen Job mache, der mir noch mehr Spaß macht als zuvor, der mich erfüllt und ich habe zusätzlich noch mehr Freizeit, als vor meinem Wechsel. Dazu kommt noch, dass ich zu meinem Arbeitsplatz laufen kann, kein Auto für den Arbeitsweg benötige und mir dadurch weniger Kosten entstehen, ich keine unnötigen Staus erlebe und ich verbringe trotzdem weniger Zeit auf dem Arbeitsweg, als vor meinem Wechsel. Dazu habe ich noch sehr viele, sehr tolle neue Menschen kennengelernt. Ein Volltreffer sozusagen!
Das alles habe ich meiner Weitsicht zu verdanken, mit der ich 1996 angefangen habe, zu investieren.
Ich bin mir sicher, ohne dieses enorme finanzielle Polster wäre ich diesen Schritt niemals gegangen.
Mein Gehalt und natürlich meine Dividenden, die monatlich mittlerweile auch schon eine hohe Summe bilden, werden natürlich auch weiterhin investiert. Momentan kann ich so durchschnittlich zwischen 2.000 und 3.000 Euro jeden Monat ins Depot stecken.
Ob und wann ich nun aufhöre zu arbeiten, das liegt einzig und allein in meiner Hand.
Das ist ein sehr schönes Gefühl und ich kann euch nur raten, es mir gleich zu tun und wenn ihr es nicht schon getan habt, solltet ihr so schnell wie möglich anfangen zu investieren, um irgendwann auch einmal selbst entscheiden zu können, ob und wann ihr aufhören möchte zu arbeiten.
Es ist Euer Leben und Ihr habt nur dieses Eine. Also macht das Beste daraus und verschwendet es nicht mit sinnlosen Dingen.
Was Sinnlos oder Sinnvoll ist, das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden und das können natürlich völlig unterschiedliche Dinge sein.
Vielleicht kennst du ja schon mein Dividenden-Spenden-Projekt. Dies läuft natürlich weiter. Hier versuche ich auch, das Depot zu vergrößern und somit die ausgeschütteten Summen immer weiter zu steigern.
Später möchte ich auch mein privates Geld in dieses Projekt stecken, eine Stiftung gründen und mit den Dividenden möglichst viele Menschen unterstützen und ein wenig glücklicher machen. Denn das macht mich auch glücklich.
Ich werde mir auch gezielt ein bisschen Luxus gönnen, aber eigentlich benötige ich nicht viel und ich bin zu sehr geprägt von meiner Lebensweise, die ich schon als Nachhaltig bezeichnen würde. Ich habe einfach keinen Spaß daran, mein Geld auszugeben, diese Eigenschaft macht es mir natürlich sehr leicht, mein Geld ins Depot zu stecken.
Außer meiner Freude, mein Depot wachsen zu sehen, macht es mir Freude, andere Leute glücklich zu machen und darum werde ich mich kümmern, wenn mir mein Depot das einmal erlauben sollte.
Eigentlich mache ich das schon mein ganzes Leben lang, in einem kleinen Rahmen. Ich hoffe, dass ich mit meinem Wissen meinen Einfluss Jahr für Jahr vergrößern kann und je mehr Leute ich glücklich mache, je besser geht es mir.
Das merke ich sogar jetzt schon, mit meinen bescheidenen Mitteln.
Also keine Sorge, dass Geld wird sinnvoll eingesetzt und das auch über meinen Tod hinaus.
Der ja hoffentlich noch mindestens 50 Jahre auf sich warten lässt. 😎😉
Was mir noch wichtig ist, ich habe mich in diesen ganzen Jahren nie verbogen. Ich habe mein Geld nicht zum Fenster rausgeworfen, aber ich habe auch ganz normal gelebt und auch Geld für Sachen ausgegeben, die mir Freude bereitet haben. Auch wenn ich meine finanziellen Ziele dadurch langsamer erreicht habe.
Auch das ich versuche, mich Umweltbewusst zu verhalten, hat mir geholfen, mein Geld zusammenzuhalten.
Ich werde auch nicht müde, immer wieder zu betonen, dass mein komplettes Geld, welches ich bisher investiert habe, aus einem ganz normalen, nicht einmal gut bezahlten Job stammt. Ich habe mal ausgerechnet, dass ich in meiner ganzen Arbeitszeit im Schnitt 2.100 Euro monatliches Nettoeinkommen hatte. Zur Zeit sind es um die 1.700 Euro.
Ihr seht also, dass sehr viel möglich ist, auch wenn einem gar nicht so viel Geld zur Verfügung steht.
Eine Erkenntnis auf meinem Weg war auch, dass man nicht versuchen sollte, Dinge schnell zu erzwingen, sondern einfach den Dingen ihren Lauf lassen sollte. Natürlich kann man sich Ziele setzen und dann prüfen, ob man diese auch erreicht hat, aber man sollte diese nicht in zu engen Grenzen setzen. Ich habe meine Ziele immer nur grob umrissen und diese sehr langfristig angelegt.
Oft sehe ich auf Instagram oder auch in anderen sozialen Medien, Menschen die versuchen interessierten Leuten beizubringen, wie man sein Geld richtig investiert. Wenn man sich dann mit diesen Leuten auseinandersetzt, stellt man dann aber fest, das sie keinerlei Erfahrungen beim Investieren haben und ihre Expertise lediglich darin besteht, eine hohe Reichweite zu erzielen und möglichst viele Leute anzusprechen, die ihnen dann ermöglichen, hohe Einnahmen zu erzielen. Wenn sie dann posten, dass sie sehr hohe Beträge in Unternehmen anlegen, wird der Eindruck erweckt, dass diese Leute ja schon ordentlich Rendite erzielt haben und deshalb wüssten, was sie da machen. Nur weil jemand hohe Summen anlegen kann, ist er natürlich noch lange kein Finanzexperte und muss keine Erfahrung beim Investieren haben.
Das heißt aber nicht, dass es auch in den sozialen Medien seriöse Leute gibt, die man durchaus auch als Vorbild nehmen kann. Aber auch bei denen sollte ihr immer wieder hinterfragen, ist das alles auch wirklich so und vor allem passen diese Vorgänge zu mir und meiner Anlagestrategie?
Macht euch nicht verrückt, denkt nicht an Steuern oder Inflation und wie diese wohl in 30 Jahren sein wird, dass eine könnt ihr nicht beeinflussen, dass andere hilft euch sogar, so unglaublich das auch klingt.
Die Inflation ist ja immer da, sie kommt nicht erst, wenn ihr von euren Cashflows leben möchtet.
Also bekommt ihr in der Ansparphase auch mehr Geld, welches investiert werden kann, mehr Zinseszins erzeugt und diese Rendite ist größer als die durchschnittliche Inflation.
Denkt nicht, ihr würdet tausende von Euro benötigen, wenn ihr finanziell frei sein möchtet.
Überlegt, was ihr jetzt benötigt, alles andere ergibt sich mit der Zeit.
Wenn ihr jetzt keine Yacht benötigt, braucht ihr diese auch nicht, wenn ihr finanziell frei seid.
Wollt ihr sie trotzdem, dann macht was dafür.
Ich persönlich habe das Gefühl, je älter ich werde, desto weniger benötige ich auch.
Dinge werden auf einmal unwichtig und irrelevant, man fragt sich öfter, muss ich das überhaupt haben, benötige ich es wirklich oder ist es doch eher wie ein Spielzeug, welches nach drei Tagen nicht mehr benutzt wird?
Das Wichtigste ist, den Weg zu genießen und nicht wie ein Getriebener nur seinen Zielen hinterher zu laufen.
Ich werde hier natürlich immer wieder berichten, wie es mit mir und meinem Depot weitergeht.
In der Tabelle seht ihr den Verlauf meines Depotwertes vom Jahr 2001 bis zum Ende des letzten Jahres.